​ Hanf Anbau: Schädlinge richtig bekämpfen

Hanf Pflanzen sind im Grunde nicht anfällig für Schädlinge, solange genauestens aufs Klima geachtet wird. Und da sind wir auch schon mitten im Problem. Man muss nur einmal die Luftfeuchtigkeit oder die Luftzirkulation aus dem Augen verlieren und schon kann der Growroom oder die Growbox zu trocken oder zu warm werden. Dann kommen Schädlinge schneller zur Pflanze als man überhaupt handeln kann. Das ist noch nicht das Ende der Pflanze, aber man sollte spätestens jetzt handeln. Um einen Überblick über die Schädlinge und notwendige Maßnahmen zu bekommen, folgt jetzt dieser Blogbeitrag.

Zunächst der Klassiker und den Schädlingen für Pflanzen: Die Blattläuse. Eine Blattlaus ist mit dem bloßen Auge gut zu erkennen, denn sie ist etwa so groß wie ein Stecknadelkopf. Die kleinen Fresser können in grün, gelb, weißgrau, schwarz und rosa auftreten. Klimatisch sind sie nicht wählerisch, sie können einfach immer auftreten. Ein Weibchen kann bis zu 100 Blattlauskinder zur Welt bringen, ihre Befruchtung erfolgt ungeschlechtlich. Um diese Plage in den Griff zu bekommen, muss man also schnell handeln.

Die Blattlaus trinkt den Saft aus den Blätter der Han Pflanzen. Dadurch werden die Blätter gelb und verwelken. Ist eine Hanf Pflanze von vielen Blattläusen befallen, sieht man deutlich eine klebrige Schicht über der Pflanze: Das ist der Honigtau, den die kleinen Biester ausscheiden. Auf einer gesunden Pflanze finden sich nur selten Blattläuse, dafür sorgt das gute Abwehrsystem der Cannabis Pflanze. Ist der Hanf allerdings geschwächt, greifen die Blattläuse an. Ihr Lieblingsplatz ist die Unterseite der Hanfblätter und die Bereiche um die Knospen, sofern die Pflanze bereit Knospen trägt. Das Aussaugen der Blätter ist nicht der einzige Schaden, den Blattläuse beim Hanf anrichten. Diese Schädlinge bringen auch noch bis zu 150 Virenarten mit sich und ihr Honigtau bildet einen schönen Nährboden für Pilze und Russtau. Gegen Blattläuse wirken Klebefallen sehr effektiv. Die kleinen gelben Klebestreifen sollte man einfach unten am Stängel und ein paar oben an der Spitze befestigen. Wer die Blattläuse lieber natürlich bekämpfen will sollte Marienkäfer einsetzen. Für die sind Blattläuse eine Leibspeise.

Ebenfalls sehr verbreitet unter den Hanf Schädlingen sind die Schild- und Schmierläuse. Diese sind nur 2 bis 7 mm groß und setzen sich bewegungslos auf der Pflanze fest. Um sie zu erkennen sollte man eine Lupe zur Hand nehmen. Ihr Lieblingsort an der Cannabis Pflanze sind die Seitentriebe vom Stängel. Auch sie scheiden den klebrigen Honigtau der Blattläuse aus, der übrigens auch Ameisen anlockt. Schild- und Schmierläuse sind sich optisch und in ihrem Verhalten sehr ähnlich. Die Schildlaus ist nur etwas rundlicher. Diese Läuse treten in den Farben grau, schwarz, weiß, gelb und braun auf. Auch die Schild- und Schmierläuse saugen an den Blättern der Hanf Pflanze. Dadurch wird der Wachstumm nicht nur gehemmt, er kann auch völlig zum Stillstand kommen.

Der Vorteil dieser Parasiten ist, sie bewegen sich nicht. Das manuelle Entfernen ist dadurch zwar immer noch recht mühsam, aber lohnenswert. Am besten befeuchtet man einen Q-Tip mit reinem Alkohol und wischt über die Kolonien, bis sie restlos weg sind. Manch eine Schild- und Schmierlaus wird sich allerdings so fest ins Blatt gefressen haben, dass man sie vorsichtig mit einem Messer wegkratzen muss. Die natürlichen Feinde der Schmier- und Schildläuse sind übrigens Raupwespen, die sind allerdings nicht so sympathische Schädlingsbekämpfer wie Marienkäfer. Es gibt aber auch einige Sprays und Öle, die gut gegen Schmier- und Schildläuse helfen können.

Wer keine Chemiekeule gegen Schädlinge schwingen möchte, sich aber auch keine anderen Insekten zur Bekämpfung ins Haus holen möchte, dem sei noch ein Großmutter Tipp mit auf dem Weg gegeben. Knoblauch hilft gegen nahezu alle Schädlinge und wird seit Jahrhunderten von Gärtnern eingesetzt. Der penetrante Geruch verschwindet für den Menschen nach ein paar Stunden, aber für die Schädlinge bleibt er dauerhaft.